Kurzes Statement zum AfD-Bundesparteitag in Köln:
Es war ein ereignisreicher, ein richtungsweisender Parteitag. Eingeleitet durch eine Rede der Bundesvorsitzenden, Dr. Frauke Petry, die tüchtig die Werbetrommel für ihren Zukunftsantrag rührte, der die künftige Ausrichtung der AfD zum Inhalt hatte. Sicherlich ein positiver Impuls, wäre da nicht die gleichzeitig spalterische Aussage, dass die fundamentalpolitischen Kräfte nicht mit denen der Realpolitik zusammenpassen.
Also – entweder…oder. Für eine Alternative ist dieser Standpunkt destruktiv, wird sie doch einer wesentlichen Komponente beraubt, die heute wichtiger denn je ist: Patriotismus! Die Delegierten straften dies ab. Sie plädierten für Nichtbefassung, wie übrigens auch in der Causa Höcke. Der Antrag, das PAV gegen den Thüringer Landesvorsitzenden abzuwenden, kam ebenfalls nicht zum Tragen.
Die Delegierten wollten Inhalte diskutieren statt den permanenten personellen Auseinandersetzungen weiter zu folgen. Dass es sehr wohl möglich ist, eine Einheit zu bilden und Menschen mit den Themen zu begeistern, die sie bewegen und deretwegen die AfD stark werden muss, zeigte uns Prof. Jörg Meuthen. SeineRede war ein eindeutiges Zeichen an die Delegierten. Man kann realitätsnahe Inhalte mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und Patriotismus vertreten,ja man muss es sogar.
Wie sonst können wir überzeugen, wenn wir solch wichtige Signale nicht nach außen bringen? Wir müssen uns selbst treu bleiben. Das Spitzenteam mit Dr. Alexander Gauland und Dr. Alice Weidel ist in Anbetracht der schwierigen führungspolitischen Situation sicher eine Vernunftswahl und hoffentlich auch ein Zeichen nach außen, wieder auf Gemeinsamkeiten zu achten. Diese Lösung verdient eine Chance, sonst machen wir uns unglaubwürdig. Ich wünsche mir, dass Frau Dr. Weidel ihren Kampfgeist, den sie zweifelsohne mit ihrer Rede bewiesen hat, beibehält, und zwar für alle Strömungen innerhalb der Partei.
Resümierend möchte ich sagen, dass Dr. Frauke Petry ihre Niederlage selbst zu verantworten hat. Es ist nicht klug, als Vorsitzende einer Partei, die sich vehement für Volksbefragungen stark macht, die eigenen Mitglieder an essentiellen, zukunftsweisenden Entscheidungen nicht teilhaben zu lassen.Basisdemokratie geht anders! Dr. Frauke Petry hat sich entschieden, kritisch aus der Distanz heraus die AfD zu beobachten, einschreiten möchte sie nur im Notfall.Eine Bundesvorsitzende, die nicht hinter der Generallinie der Partei steht, sich im wichtigsten Wahlkampf deutlich zurücknimmt, muss sich gefallen lassen, in Frage gestellt zu werden. An der baldigen Mutterschaft dürfte es nicht liegen. Dagegen spricht eindeutig ihr Engagement hinsichtlich des Strategiepapiers.
Nein, Frau Dr.Petrys Verhalten zeigt zweifellos ihre Erwartungshaltung, nämlich die bedingungslose Gefolgschaft der Mitglieder. Dieser Doktrin wollen und dürfen wir nicht folgen. Mut zur Wahrheit, auch deshalb, weil wir es den Menschen, die an die AfD glauben, schuldig sind!